Soziale Phobie

 

Ursachen

 

Wie entsteht eine Soziale Phobie?
Angst an sich ist etwas Notwendiges und Sinnvolles. Die Angsterkrankung Soziale Phobie ist allerdings etwas Anderes. Bei der Sozialen Phobie kommt es zu einer Entgleisung der normalen und biologisch festgelegten Angstabläufe. Die Entgleisung wird bei der Sozialen Phobie durch soziale Situationen und Gedanken an Situationen ausgelöst.

Dabei spielen folgende drei Faktoren eine Rolle.
Da ist zunächst einmal die Anfälligkeit (“Vulnerabilität"), eine Soziale Phobie zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit, eine Soziale Phobie zu entwickeln, ist nicht für alle Menschen gleich. Es gibt eine vererbte (genetische) Anfälligkeit dafür, angeborene Störungen im “Nervenkostüm". Diese drücken sich auch in einer “Entgleisung" des Hirnstoffwechsels aus, die zu andauernden Belastungen und Beeinträchtigungen führt.

Die Anfälligkeit allein führt aber nicht zwingend zu der Störung. Dazu kommt es frühestens dann, wenn sich der zweite Faktor, ein Auslöser, hinzugesellt. Dabei handelt es sich im allgemeinen um Streß. Psychische, soziale oder körperliche Belastungen können zum Auftreten einer Sozialen Phobie führen. Besonders häufig sind solche Belastungen in der Pubertät und im frühen Erwachsenenalter. Das erklärt, warum die Soziale Phobie in der Regel in diesem Lebensabschnitt bemerkt wird.

Der dritte Faktor sind die aufrechterhaltenden Bedingungen. Das können anhaltende Belastungen (Dauerstreß) oder falsche Reaktionen auf belastende Situationen sein. Auch ein fehlgerichtetes Denken ist ein weiterer wichtiger Punkt. Die falsche Interpretation bzw. Bewertung von Vorgängen, Situationen und Symptomen führt zur Aufschaukelung der Angst, und die Angst erzeugt noch mehr Angst. Hierzu gehört das eigene Verhalten, insbesondere das Vermeidungsverhalten. Wer angstbesetzte Situationen zu sehr meidet, verhindert, daß er neue und positive Erfahrungen sammeln kann. Dadurch verhindert er ein rasches Abklingen der Ängste, und die Probleme werden chronisch. Es droht ein Teufelskreis mit weiteren schweren Erkrankungen.

 

Quelle: Roche Deutschland

Symptome

Symptome der Sozialen Phobie


Unter Sozialer Phobie versteht man eine sich aufdrängende Angst in zwischenmenschlichen Situationen. Dies sind Situationen, bei denen man im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht und einer möglichen Bewertung durch andere ausgesetzt ist.

Wesentliche Kennzeichen der Sozialen Phobie sind eine dauerhafte und unangemessene Furcht vor der Bewertung durch andere Menschen. Menschen, die an Sozialer Phobie leiden, neigen dazu, die Möglichkeiten für eine negative Bewertung überall zu sehen. Im Unterschied zu Gesunden, sehen sie diese Möglichkeiten selbst in Situationen, in denen es extrem unwahrscheinlich ist, daß es zu einer solchen Bewertung kommt.

Menschen mit Sozialer Phobie reagieren mit einem ausgeprägten Vermeidungsverhalten auf soziale Situationen. D.h. sie gehen sozialen Situationen oder Bewertungs- und Leistungssituationen aus dem Weg. Außerdem haben Sozialphobiker eine ausgeprägte Erwartungsangst. Der bloße Gedanke, in eine schwierige soziale Situation zu geraten, löst bei ihnen massive Ängste aus. Typische Situationen sind öffentliches Sprechen, Feste, Veranstaltungen, Gespräche mit Autoritätspersonen. All dies bewirkt ein starkes Leiden und meist erhebliche Beeinträchtigungen im Berufsleben und Freizeitbereich. Sozialphobiker erreichen im Beruf oft nicht die Position, die sie aufgrund ihrer Fähigkeiten und ihrer Ausbildung erreichen könnten, weil sie sich nichts zutrauen.

Soziale Phobie ist ein neuer Begriff für eine Krankheit, die schon lange existiert. Sie wurde früher und wird zum Teil heute noch mit verschiedenen anderen umgangssprachlichen Begriffen und Fachbegriffen beschrieben, die jedoch nicht ganz zutreffend sind. Dazu gehören “krankhaftes Lampenfieber", Versagensangst, übertriebene Schüchternheit, Angstneurose und Erythrophobie (Angst vor dem Erröten). Die Angst vor dem Erröten beschreibt nur einen Teilaspekt der Angstkrankheit Soziale Phobie; ebenso wie der Begriff Angstneurose, der unberücksichtigt läßt, daß es für die Soziale Phobie klar zu beschreibende auslösende Situationen gibt.Die Grenze zwischen Sozialer Phobie und extremer Schüchternheit ist nicht immer leicht zu ziehen. Wer schon seit frühester Kindheit eher schüchtern war, ohne daß die Lebensqualität darunter gelitten hat, der hat wahrscheinlich keine Soziale Phobie. Bei extremer Schüchternheit ist es allerdings angeraten, nach Lösungswegen zu suchen. Denn extreme Schüchternheit kann die Anfälligkeit für die Entwicklung einer Sozialen Phobie erhöhen.

 

Quelle: Roche Deutschland