Wie entstehen Angststörungen?

Viele von Ihnen haben sich vielleicht schon die Frage gestellt, warum gerade Sie persönlich an einer Angststörung erkrankt sind. Die verschiedenen Formen von Angststörungen können durchaus bei jeder Person auf verschiedenen Wegen entstehen, von denen hier nur einige genannt werden können.

Manchmal lösen bestimmte Erfahrungen eine Angststörung aus. Denken Sie an z. B. an die Angst vor Aufzügen. Manchmal ist es auch ganz einfach der Umstand, daß man keine Gelegenheit hatte, bestimmte Verhaltensweisen richtig lernen zu können: z. B. bei der sozialen Phobie sich durchzusetzen oder zu andern Leuten zu sprechen – und dies, obwohl man gerade befördert wurde und beruflich darauf angewiesen wäre. In wieder anderen Fällen ist es die möglicherweise zum Teil ererbte Neigung, in einer bestimmten Weise zu reagieren, die darüber entscheidet, unter schwierigen Lebensbedingungen eine Angsterkrankung zu entwickeln. Denn wir wissen aus verschiedenen Studien, daß Angsterkrankungen gehäuft in Familien vorkommen. Das heißt, einerseits vermuten wir, daß bei der Entwicklung von Angststörungen biologische Faktoren, wie z. B. Vererbung, eine Rolle spielen. Anderseits scheint aber auch einem ängstlich-überbeschützenden Erziehungsstil eines oder beider Elternteile eine entscheidende Bedeutung zuzukommen. Ein übervorsichtiger Erziehungsstil verhindert oft, daß ein Kind neue Erfahrungen mit einem Zuwachs an Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen macht. Auch “trainiert” man durch kleine wiederholte “Mutproben” im Alltagsleben die normale und selbstsichere Bewältigung von leichten Angstgefühlen. Dies kann vor der Entwicklung von Angststörungen schützen. Auch können körperliche Faktoren eine Rolle spielen; seltener sind dies körperliche Erkrankungen, wie z. B. Schilddrüsenerkrankungen. Häufiger sind es aber plötzliche oder lange anhaltende Belastungen – also Streß und Überarbeitung – die zusammen mit den anderen Faktoren zum Ausbruch führen. Es kann dann manchmal – wie bei einem Glas , das durch viele Tropfen voll wird und dann überläuft – zu Panikgefühlen oder scheinbar unerklärlicher Angst, Besorgnis und Unsicherheit kommen. Gerade in Situationen, in denen eigentlich “alles zuviel wird” v, verhalten sich viele Menschen oft so, daß die Wahrscheinlichkeit, Angstbeschwerden zu entwickeln, besonders groß ist. In derartigen Streßsituationen schlafen sie oft schlecht oder weniger, trinken oft mehr Kaffee, treiben weniger Sport, und manche Leidensgenossen rauchen mehr als sonst.

Alle diese letztgenannten Aspekte stellen aber Risikofaktoren für den Ausbruch von Angstsymptomen dar. Sie können leicht die Schwelle zu einer Panikattacke oder anderen Angstbeschwerden herabsetzen und so den Anfangspunkt für die Krankheitsentwicklung setzen. Aber bedenken Sie immer, daß es unabhängig vom eigentlichen ersten Anlaß, der vielleicht der Anstoß zu Ihrer Angsterkrankung war, darauf ankommt, wie Sie jetzt mit der Angstproblematik umgehen.

Wie kommt es zu Angststörungen?

Einige Antworten:

 

        • - ich habe schlechte Erfahrungen gemacht
        • - ich habe es nie gelernt
        • - das habe ich von meinen Eltern
        • - Vererbung
        • - Mit meinem Körper ist was nicht in Ordnung
        • - Es wird mir alles zuviel

Quelle Hexal-Ratgeber Angst