Depash - Depression und Angst Selbsthilfe e.V. Nordhessen

Was ist E.M.D.R.?

E.M.D.R. ist eine Methode zur Traumaverarbeitung. Bei dieser Behandlungsmöglichkeit wird der Patient durch den Therapeuten dazu bewegt, während seiner Erzählung über das Trauma die Augen abwechselnd von links nach rechts zu richten.

Die Methode wurde von Francin Shapero zufällig entdeckt. Sie machte einen Spaziergang und dachte angestrengt über etwas sehr belastendes nach. Dabei bewegte sie ihre Augen schnell hin und her und stellte dabei fest, dass die Belastung stark nachgelassen hatte.

Das Ziel dieser Methode ist es, belastende seelische Störungen nicht mehr als belastend anzusehen, sondern sie in ein positives Licht zu rücken.

Das seelische Trauma

Es gibt eine Methode, wo an einer lebenden Person das Gehirn untersucht werden kann. Dabei kann man genau feststellen, ob das Gehirn des Patienten zu stark oder zu gering durchblutet wird. Bei zu starker Durchblutung kann es zu Angststörungen kommen, bei zu geringer kann es zu einer Gehirnveränderung kommen. 2/3 der Traumapatienten erholen sich selbständig wieder, 1/3 braucht professionelle Hilfe, um das Trauma zu verarbeiten.

Es gibt die unterschiedlichsten Patienten. Hier muß vor einer Anwendung durch E.M.D.R. genau festgestellt werden, wie stabil der Patient ist. Hat er z. B. ein Monotrauma erlitten (Einzelfall, z.B. ist er ein bei einem Banküberfall dabei gewesen), ist aber in seiner persönlichen Lebensumgebung nicht eingeschränkt, reichen hier 3-4 Sitzungen mit E.M.D.R. aus, um dem Patienten langfristig zu kurieren.

Leidet ein Patient unter Depressionen, ist aber dennoch stabil, so ist diese Behandlungsmethode ebenfalls sehr erfolgversprechend.

Komplex traumatisierte Personen sind sehr schwer mit E.M.D.R. zu behandeln. Hier ist es notwendig, erst einmal eine Stabilität des Betroffenen zu erreichen. Dies wird mit stabilisierenden Übungen erreicht. Es müssen Übungen gemacht werden, damit der Patient eine innere Sicherheit bekommt, um gefestigt zu sein, das Trauma zu verarbeiten, ihm zu begegnen.

Wie läuft so eine E.M.D.R. Sitzung ab?

Ist der Patient stabil genug, erfragt der Therapeut, was belastend ist. Z.B. hat eine Patientin Angst vor autoritär auftretenden Männern. Im Gespräch stellt sich heraus, dass der Vater sehr gewalttätig war und die Mutter schlug. Der Therapeut fordert von seiner Patientin, gedanklich ein Bild zu kreieren, wie sie sich dabei fühlte (klein + hilflos). Der Therapeut fragt, wie sich die Patientin denn wünschen würde, zu erscheinen (groß+ stark). Nun wird erfragt, wo im Körper das Gefühl der Hilflosigkeit gespürt wird. Es wird hinterfragt, wie stark die Angst ist, wieweit sie belastet. Die Patientin wird aufgefordert, an das belastende Ereignis zu denken. Dabei konzentriert sie sich auf die Hand des Therapeuten, der nun beginnt, die Hand langsam von rechts nach links zu bewegen. Die Augen der Patientin folgen seiner Hand. Das Gehirn wird so gezwungen, 2 Aufgaben gleichzeitig zu bewerkstelligen, was bewirkt, dass der Schmerz des Traumas nicht zurück kehrt, obwohl daran gedacht wird. Es wurde ein stabiler Rahmen geschaffen. Nach der Übung wird die Patientin gefragt, wie sich das innere Bild verändert hat. Es wird meist unscharf, hat nicht mehr so das Gewicht, wie zuvor. Ist das innere Bild so gut wie verblaßt, wird die Patientin aufgefordert, sich vorzustellen, wie sie es gern gehabt hätte, den “Film” so ablaufen zu lassen, wie er nicht war, sie es aber gewünscht hätte. Dadurch wird erreicht, dass die Patientin positiver über sich denkt, sich nicht mehr klein und hilflos fühlt, sondern gedanklich gefestigt wird, dass sie nicht hilflos ist. Sobald die negativen Bilder verblaßt sind und sich positive Gedanken bemerkbar gemacht haben, ist die Sitzung beendet. Der Therapeut fragt die Patientin, wie belastend nach dieser Sitzung die Situation für sie ist. Er gibt ihr dabei eine Skala von 1-10 vor. Ist sie niedrig, ist die Sitzung erfolgreich verlaufen. Ist sie noch hoch (5-7), sollte weiter mit E.M.D.R. gearbeitet werden. Am Schluß der Sitzung wird mit Hilfe des E.M.D.R. hinterfragt, wie stimmig die positive Wahrnehmung ist. Bei einer erfolgreichen Sitzung müßte sie so gut wie stimmig geworden sein.

Wie bei jeder therapeutischen Sitzung kann es sein, dass sich der Patient zwar nach der Sitzung wohl fühlte, dann aber zu Hause einen Rückschlag bekommt. Dieser Rückschlag sollte auf jeden Fall protokolliert und bei der nächsten Sitzung besprochen werden.

Im Anschluß stellte sich Hr. Dr. K. den aufgekommenen Fragen der Anwesenden, die diese Möglichkeit der Information ausgiebig nutzten.

Wir danken Hr. Dr. K. für diesen interessanten Vortrag, ebenso wie den Organisatoren aus der Gruppe Wabern.